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Ergebnisse des Dissertationsprojektes
"Die Göttin Qedeschet. Ursprungs-, Erscheinungs- und Funktionsanalyse einer Hybridgottheit"

Jeder Wissenschaftler, der versucht, sich mit dem Wesen einer Gottheit auseinanderzusetzen, sich ihm anzunähern, "fühlt [...] sich [...] in die Welt der Elementarteilchen versetzt" (HORNUNG). Es ist aber auch unbedingt notwendig, eine einzelne Götterfigur in ihre Bestandteile zu zerlegen, um in einem zweiten Schritt die "Elementarteilchen", die einzelnen ikonographischen, sprachlichen oder gesellschaftlichen Bestandteile zu untersuchen, um sie in einem weiteren Schritt zu einer "neuen", für den heutigen Betrachter lesbaren Figur zusammenzusetzen.
Jeder Versuch, eine Gottheit des altägyptischen oder altvorderasiatischen Raumes in ein festes Schema zu pressen, ist, aufgrund der ihnen eigenen Komplexität, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Vielmehr ist es geradezu ein Erkennungsmerkmal dieser Götter und Göttinnen, daß sie ein offenes System darstellen, welches nach Belieben, aber abhängig von der jeweiligen Region oder Zeitstufe, mit Hilfe von Attributen, Epitheta, u.s.w. angereichert oder reduziert werden konnte. Man kann dies als "assoziatives Cluster" bezeichnen.

DIE AUSGANGSSITUATION
Im Falle der Qedeschet stellt sich zu Beginn einer Untersuchung ein schwer lösbares Problem: die Abgrenzung der ägyptischen Göttin Qedeschet von dem im vorderasiatischen Gebiet vorkommenden "Qedeschet-Typ". Die Ausgangssituation ist die Folgende: In Ägypten ist ein bestimmter ikonographischer Typ - eine nackte, frontale Frauenfigur, auf einem Löwen stehend - belegt, der in den meisten Fällen mit der Namensbezeichnung Qedeschet, inklusive verschiedener Epitheta, vorkommt. In Syrien-Palästina und dem restlichen Vorderen Orient hingegen ist ein nahezu identischer ikonographischer Typ belegt, der in keinem einzigen Fall näher mit einer entsprechenden Inschrift spezifiziert wurde. Die oft gestellte Frage, ob es sich bei dem im Vorderen Orient belegten "Qedeschet-Typ" tatsächlich um die Göttin Qedeschet handelt, kann auch nach einer umfangreichen Untersuchung nicht befriedigend beantwortet werden. Die durchgeführten Analysen haben gezeigt, daß es sich um eine Göttin und nicht um eine menschliche Gestalt handeln muß. An dieser Stelle soll allerdings bemerkt werden, daß gerade bei der Frage nach der Göttlichkeit bzw. Nicht-Göttlichkeit der Figur die Möglichkeiten der Interpretation gänzlich ausgereizt wurden: Die Ausdeutung der Darstellungen auf den Plaketten und Amuletten beruht nämlich auf einem ikonographischen Vergleich mit kontemporären Stücken des gleichen Typs, die wiederum mit eindeutig göttlichen Attributen ausgestattet sind. Als Fazit kann man festhalten, daß es sich bei den Figuren aus Syrien-Palästina und Vorderasien zwar um eine Göttin handelt, diese aber nicht zwingend der ägyptischen Göttin Qedeschet entsprechen muß.

REGIONALITÄT, URSPRUNG UND TRANSFERGESCHICHTE
Es ließ sich nachweisen, daß es REGIONALE EINFÄRBUNGEN in der Darstellungsweise der Göttin gibt. Der im ganzen "fruchtbaren Halbmond" verbreitete Basistyp konnte je nach Region variieren: In Ägypten wurde er mit heimischen Attributen und Epitheta versehen, in Palästina entwickelte er sich im eigenen Land weiter, bezog aber auch Inspiration aus dem ägyptischen Nachbarland, und in Syrien sind Impulse aus dem nördlichen Anatolien feststellbar. In der Hauptsache spiegelt sich diese Regionalität in der Wahl bestimmter Attribute, wie dem "Podesttier" oder den in den Händen gehaltenen Pflanzen und Tieren. Während auf ägyptischen Darstellungen das Stehen auf dem Löwen und das Halten von Blumen und Schlangen die Regel ist, kann die Göttin auf syro-palästinensischen Belegen auch auf dem Pferd oder auf Astralsymbolen stehen. In dieser Region kann die Figur neben den klassischen Blumen auch Capriden in den Händen halten, was für den ägyptischen Raum nicht nachgewiesen werden konnte. Der anatolische Einfluß auf die Ikonographie des "Qedeschet-Typs" war v.a. über spezielle Kronentypen und das Halten von Tauben faßbar. Diese weite regionale Verteilung wirft natürlich auch die Frage nach dem eigentlichen URSPRUNGSGEBIET der Göttin auf. Dieses ist wider Erwarten nicht so eindeutig, wie allgemein angenommen wird. Was wir mit der Göttin Qedeschet vorliegen haben, ist nicht vergleichbar mit nach Ägypten "importierten" ausländischen Gottheiten, wie Anat, Astarte, Reschef, u.s.w. Diese sind in ihrem Heimatland nämlich als solche bekannt; denn auch dort - und nicht nur in Ägypten - haben sie eine entsprechende Ikonographie mit den dazugehörigen Namenserwähnungen. Wie oben bereits geschildert, liegt der Fall Qedeschet anders.
Was für einen Ursprung - wenigstens des Basistyps - aus dem syro-palästinensischen Gebiet spricht, ist die dortige lange Tradition sog. "Nackter Göttinnen", die in zahlreichen Varianten vorkommen können. In Ägypten fehlt eine solche Tradition gänzlich. Auch der Name "Qedeschet" ist eindeutig dem semitischen Sprachraum entlehnt, wie auch das Epitheton "Qedeschet von Byblos" auf eine Herkunft aus diesem Gebiet weisen könnte.
Wirft man einen Blick auf die chronologische Verteilung der Belege ist festzustellen, daß die ältesten, ägyptischen Zeugnisse tendenziell aus dem memphitischen Raum stammen. Die etwas späteren Objekte datieren fast alle in das Neue Reich und können im Süden des Landes - v.a. in Deir el-Medina - verortet werden. Eine feine Differenzierung der Datierung ist aber bei den meisten Belegen kaum zu treffen: das Neue Reich für Ägypten, die Spätbronzezeit II für Syrien-Palästina. Aufgrund der Gleichzeitigkeit der Belege ist der Transfer verschiedener Elemente somit im gleichen Zeitraum über die Landesgrenzen vonstatten gegangen.
Die TRANSFERGESCHICHTE ist also wie folgt rekonstruierbar: Der Basistyp der "Nackten Göttin" ist, einer langen Tradition entspringend, aus dem syro-palästinensischen Kernland nach Ägypten transferiert worden. Dort wurde er dann nicht nur mit heimischen, dem ägyptischen Rezipienten vertrauten, Attributen ausgestattet, sondern zusätzlich mit einem "ausländisch klingenden" Namen, aber auch mit klassisch ägyptischen Epitheta versehen. Gleichzeitig wirkte der in Ägypten neu entwickelte Göttinnentyp in das palästinensische Nachbarland zurück, was die z.T. ägyptisierten Darstellungen in dieser Region erklärt. Gleichzeitig wurde der Typ in Syrien-Palästina nicht nur von Ägypten her, sondern auch durch die Grenzgebiete im Nordosten und Osten beeinflußt.

QEDESCHET - EINE HYBRIDGOTTHEIT
M. E. zeigt die geschilderte Transfergeschichte, daß wir es hier nicht mit einer - von welcher Seite auch immer - importierten Gottheit zu tun haben, sondern eine Göttin identifizieren können, die man als "echte" HYBRIDGOTTHEIT bezeichnen kann. Hybride Identitäten zeichnen sich dadurch aus, daß sie in Gebieten kultureller überschneidung auftreten und dort nicht still verharren, sondern stets variabel, kontextuell und wandelbar bleiben. So stellt Qedeschet - sowohl die Göttin als auch der Typ - eine hybride Form dar, die abhängig von Region oder Zeit verschiedene, charakteristische Aspekte in sich vereint, in ihrer Grundform aber stets hybrid und somit per definitionem wandelbar bleibt. über das Schaffen einer solchen Identität war für die ägypter ein Zugang zum Göttlichen möglich, der neben Synkretismen, Mischgestalten oder dem "Import" ganzer Gottheiten als Möglichkeit bestand. Es ist anzunehmen, daß es sich bei Qedeschet nicht um die einzige Hybridgottheit handelt, die sich zwischen dem ägyptischen und vorderasiatischen Raum entwickelt hat. Möglicherweise tauchen selbst im Umfeld der Göttin Qedeschet schon weitere Gottheiten dieser Art auf, die einer näheren Untersuchung bedürften.

DIE ANHÄNGERSCHAFT
Das Definieren der Göttin als hybride Identität führt direkt zur Frage, ob sie als solche selbst Identität unter ihren Verehrern gestiftet haben kann, was den Fokus direkt auf ihre Anhängerschaft lenkt. Auch hier ist die Beleglage aus dem Vorderen Orient problematisch. Wie schon beim Namen der Göttin, der in dieser Region nicht belegt ist, sind auch die Namen der Anhänger und Anhängerinnen nicht überliefert. Wesentlich besser und differenzierter stellt sich die Lage in Ägypten dar. Das Stiften von Identität durch Gottheiten und Zugehörigkeitsgefühle zu Gemeinschaften, z.B. über die Mitgliedschaft in Kultgemeinschaften, kann an dieser Stelle nicht in all seinen Facetten diskutiert werden, da dies eine wesentlich differenziertere und tiefgehendere Untersuchung erfordern würde.
Durch die Analyse der Anhängerschaft in Ägypten konnte die bisherige Meinung, Qedeschet sei dort hauptsächlich von Ausländern und/oder Frauen verehrt worden, nicht verifiziert werden. Lediglich bei zwei Belegen (Haremhabmen und Mj, die Frau des Ptahanch) konnte eine - allerdings nicht ganz eindeutige - Beziehung zum Ausland festgestellt werden. Auch die Anzahl der Stifterinnen beschränkt sich auf drei Personen: Iniahy (mit Tochter), Takaret und die Verfasserin eines Briefes namens Styka. Alle anderen Objekte wurden von männlichen Personen in Auftrag gegeben.
Die Texte auf den ägyptischen Objekten geben aber nicht nur die Namen der Stifter bekannt, sondern auch deren Genealogien. Dadurch war es möglich, viele der Stifter - zumindest diejenigen aus Deir el-Medina - in ihren familiären und sozialen Rahmen einzubinden, was einen interessanten Blick auf die Gesellschaft der Arbeitersiedlung ermöglichte. So konnte festgestellt werden, daß sich die Stifter der Qedeschet-Stelen in Deir el-Medina alle gekannt haben müssen, und zwar nicht nur durch eine Gleichzeitigkeit der Lebensdaten, sondern v.a. durch eine enge familiäre und berufliche Zusammengehörigkeit. Ob diese Personen zu einer Kultgemeinschaft gehört haben, ist nicht mehr nachzuweisen, aber auch nicht auszuschließen. Der Göttin eine identitätsstiftende Wirkung zuzuschreiben, wäre m.E. zu spekulativ. Um diese Funktion feststellen zu können, wäre eine nähere und differenzierte Untersuchung, z.B. des "Götterpools" einer Familie, erforderlich. Auch wäre in diesem Kontext zu untersuchen, wie sich die "Wahl" einer Gottheit überhaupt gestaltete und inwieweit es tatsächlich eine persönliche Entscheidung war, den einen oder anderen Gott als den seinen auszuwählen.

FUNKTION UND WESEN DER GÖTTIN
Von der Verehrung der Göttin, z.B. in Form von Stelenstiftungen oder dem Tragen von Amuletten, versprach sich der Adorant oder die Adorantin eine damit in Zusammenhang stehende Wirkung. Wie anfangs erwähnt, handelt es sich um eine meist unzureichende Charakterisierung der Gottheit, wenn diese, wie z.B. im Fall der Qedeschet, als Schutz- und/oder Liebesgottheit bezeichnet wird. Mit dieser Ettiketierung werden lediglich spezielle Teile, "Ausschnitte der göttlichen Wirklichkeit" (HORNUNG) erfaßt und bestimmt.
Obgleich die FUNKTION einer Gottheit nur schwer zu fassen oder präzise zu benennen ist, wurde eine Annäherung an das Wesen der Qedeschet versucht. Vor allem über die Art der Objektgattung und die Gestaltung der Ikonographie, aber auch über die formelhaften Inschriften konnten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, was der Stifter von der Gottheit erwartete bzw. sich erhoffte.
Die Analyse und Kontextualisierung der Objektgattungen hat gezeigt, daß die behandelte Göttin bereits über die Belege, auf denen ihre Darstellung auftaucht oder ihr Name genannt wird, in den Bereich schutzspendender und fürsorgender Gottheiten eingebettet werden kann. In dieser Funktion konnte sie in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen: im Dies- oder Jenseits, unterwegs oder zu Hause, in einer profanen oder sakralen Umgebung oder als Teil magischer Sprüche, als Adressatin allgemeiner Wünsche (LHG) oder spezieller Probleme (smn-Krankheit).
Der nur in Ägypten belegte Name - Qedeschet - gibt lediglich Aufschluß über ihre Herkunft und ihre Beziehung zum Göttlichen; ihre Epitheta jedoch können ihren Wirkungsbereich genauer umreißen. über diese wird sie nicht nur in das ägyptische, religiöse Systems integriert, sondern auch wiederholt mit den Göttinnen Isis, Hathor, Anat und Astarte in Verbindung gebracht, die selbst als heilende, übelabwehrende und schützende Mächte bekannt sind.
Die ikonologischen Betrachtungen ergänzen das differenzierte Bild der Gottheit, welches mit Hilfe der Inschriften gewonnen werden konnte. Wie bereits erwähnt, ist es "Die Stärke der Bilder [...] die simultane Darstellung mehrerer Aspekte, anders gesagt: die Darstellung der konstellativen Komplexität der Wirklichkeit" (KEEL/UEHLINGER) wiederzugeben. über die Gestaltung der Ikonographie der Göttin, also dem Aufbau der Figur und Komposition der Figurenkonstellationen, wird stets ein Bezug zu ihren Funktionen bzw. ihrem Wirkungsbereich hergestellt, wobei ein einzelnes Element in Kombination mit einem weiteren auch auf verschiedene Aspekte Bezug nehmen kann. Wenn die Göttin z.B. nackt, mit Lotusblumen und Schlangen in den Händen gezeigt wird, wird neben einer primären Schutzfunktion auch auf eine sexuell-erotische Komponente angespielt, die durch das frontale Zeigen zusätzlich betont wird. Die Zuhilfenahme der Frontalität als Gestaltungsmittel des Aufbaus der Göttinnenfigur verstärkte gleichzeitig ihre Wirkkraft. Die Assoziation mit einer schützenden und mit erotischen Aspekten in Zusammenhang stehenden Göttin kann in Ägypten aber auch über die Konstruktion einer bestimmten Figurenkonstellation - bestehend aus Qedeschet, Min und Reschef - hervorgerufen werden. Diese sehr eigene Art der Ikonographie verbindet die Göttin Qedeschet und den "Qedeschet-Typ" mit den populären Schutzgottheiten Bes und dem Horuskind, mit denen sie sich auch andere Attribute, wie Schlangen in den Händen oder wilde Tiere als "Podest" teilt. Die engste Verbindung hat Qedeschet jedoch zur Göttin Hathor aufgenommen, was sich u.a. in ihren Epitheta, aber auch in Details der ikonographischen Gestaltung, wie z.B. der "Hathorenperücke" oder der Wahl bestimmter Kronen, spiegelt. Die Kronen und ihre bereits erwähnten Attribute, wie der Lotus, der Papyrus und die Schlangen, weisen auf ihre regenerativen, verjüngenden, schöpferischen und lebensspendenden Fähigkeiten hin, die sich darüber hinaus auf eine heilende, übelabwehrende und schützende Macht der Göttin zu beziehen scheinen. Die schützende Funktion kommt - unabhängig von der Herkunft des Bildmotivs - vor allem durch ihr Stehen auf einem Löwen und dem Bändigen von Schlangen zum Ausdruck.

DER "SITZ IM LEBEN"
Mit Hilfe verschiedener Textpassagen konnte zusätzlich der "Sitz im Leben" der ägyptischen Göttin rekonstruiert werden. Zum einen deuten Bestandteile der Ikonographie und u.a. das Epitheton "Mein Name dauert in ihrem Heiligtum" auf einer Stele aus Deir el-Medina darauf hin, daß sie sowohl dort als auch in Memphis einen Kultplatz besessen hat. Eine genaue architektonische Form oder präzise Örtlichkeit zu bestimmen, war allerdings nicht möglich. Für Deir el-Medina kann man jedoch sogar so weit gehen, eine spezielle Kultgruppe, bestehend aus Qedeschet, Min und Reschef anzunehmen, die dort ihren Ursprung genommen hat und die an eben jenem Kultplatz aufgestellt gewesen ist. Im Rahmen der Göttinnen-Verehrung ist zwar kein spezielles Ritual nachweisbar, aber es wurden ihr zu Ehren durchaus aktive Handlungen in einem feierlichen Rahmen zelebriert.

SCHLUßWORT
"Was er [ein Gott] eigentlich ist, bleibt verborgen, aber seine leuchtende Spur ist sichtbar, seine Reaktion mit anderen deutlich, seine Wirkung spürbar. Er ist materiell und geistig, eine Kraft und eine Gestalt, er erscheint in wechselnden Formen, die eigentlich einander ausschließen, aber wir wissen, daß da etwas ist und seine Wirkung entfaltet."
Die Problematik, sich einer Gottheit anzunähern, kann wohl kaum treffender zusammengefaßt werden, als dies HORNUNG bereits getan hat. Die vorliegende Arbeit hat versucht, die "leuchtende Spur" zu erkennen, die Qedeschet in der Kultur AltÄgyptens hinterlassen hat, ihre Reaktionen, Wirkungen und Formen herauszufiltern, um die Essenz ihres Wesens und ihre eigene Realität in der Welt der alten ägypter aufzuspüren.
Die hybride Identität, die sich in diesem Kontext als Erkennungsmerkmal der Göttin herauskristallisierte, reflektiert nur eine Möglichkeit, die sich dem ägypter bot, sich dem Göttlichen zu nähern, einen "individuellen" Zugang zu gewinnen. Diese Hybridität selbst wiederum war in sich variabel und kontextuell und konnte je nach Region, Zeitstufe oder individuellem Kontext verändert und erweitert werden. Dem Adoranten oder der Adorantin stand eine Palette von möglichen "Elementarteilchen" in Form ikonographischer Elemente, Epitheta oder Redewendungen zur Verfügung, die aus einem weitreichenden Cluster ausgewählt werden konnten. Das Ergebnis konnte dann in das persönliche Leben eingebettet werden, um dort seine Wirkkraft zu entfalten.



Kristina Lahn
(im Mai 2010)

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