name & epitheta
Der Name einer ägyptischen Gottheit dient zunächst dazu, ein dargestelltes und erfahrenes Wesen zu kennzeichnen, um es auf diese Art kommunizierbar zu machen. Als der einzelne Gott noch auf einen lokalen Bereich beschränkt war, hat der Name ihn von der profanen Umwelt abgehoben. Nach der Ausbreitung und überschneidung der Ortskulte und der Möglichkeit des Eingehens synkretistischer Verbindungen, wurde es notwendig, eine Unterscheidung zwischen dem einen und dem anderen Gott zu treffen.Die Epitheta die nahezu jede Gottheit begleiten, dienen nicht nur als schmückendes Beiwerk, sondern beziehen sich in der Regel auf ausgewählte Aspekte, die Bezug auf die Kulttopographie, die Eigenschaften oder die Ikonographie nehmen.
Der Name der Göttin setzt sich aus den Wurzelradikalen q, d und -sch- und mit oder ohne die Femininendung .t zusammen und ist mit der aufgerichteten Kobra oder dem liegenden Ei determiniert. Das Wort -qedeschet- ist nur im Neuen Reich belegt und hier auch nur im Zusammenhang mit der Namensbezeichnung der Göttin. Der Ursprung des Wortes lässt sich im semitischen Sprachgebiet aufspüren. In erster Linie ist hier das hebräische Wort qadosch zu nennen, welches sich in zahlreichen Bibelstellen findet. Die hebräischen Quellen, von denen die meisten in die kontemporäre 22. bis 26. ägyptische Dynastie datieren, lassen sich auf ältere aus dem akkadischen stammende Ursprünge zurückführen. Dazu gehört zum einen qada-sch-u mit der übersetzungsmöglichkeit -rein werden/sein-, welches sich auch auf Götter beziehen kann, und zum anderen findet sich der Wortstamm im Ausdruck qadi-sch-tu wieder, was sich mit -Reine/Geweihte- wiedergeben lässt. Im Ugaritischen existiert das Wort qd-sch- als Adjektiv mit der Bedeutung -heilig- und als Nomen im Sinne von -Heiligtum- oder -heilige Stätte-.
